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Aufruf an die internationalen Arbeitsorganisationen:
Die Irakischen Arbeiter brauchen Eure Solidarität!


Die irakische Arbeiterschaft befindet sich in einer äusserst schwierigen Lage. Auf dem Höhepunkt des Krieges haben ihr Bombardierungen und Blutbäder, massive Arbeitslosigkeit und Monate ohne Lohnauszahlungen, Not und Elend gebracht. Ihre Proteste für Jobs, Arbeitslosengeld und grundlegende Rechte wurden von den US-Kräften angegriffen. Nach 35 Jahren Unterdrückung durch das Baath-Regime, ist sie mit neuer Unterdrückung und neuen Unterdrückern konfrontiert.

Die US-Verwaltung und lokale Reaktionäre gehen vereint gegen die Rechte der Arbeiterschaft vor. Im Juli wurde ein friedlicher Sitzstreik von Arbeitslosen durch US-Militär angegriffen und Qasim Hadi, der Präsident der Irakischen Arbeitslosen-Vereinigung (UUI), sowie 54 weitere Demonstranten verhaftet. Nach einem eindringlichem Protest internationaler Arbeitsorganisationen mussten sie die Verhafteten frei lassen. Ebenso, nach einem Überfall auf die Zentrale der UUI, wurden der Präsident und ein anderes führendes Mitglied von US-Soldaten verhaftet, mussten jedoch auf internationalen Druck hin frei gelassen werden. Die UUI wurde auch von islamistischen Gruppen angegriffen, welche die Entwicklung einer starken Arbeiterbewegung für unvereinbar mit ihren Vorstellungen einer irakischen Gesellschaft halten. Sie wandten physische Gewalt an und stiessen Todesdrohungen aus, um den Kampf der Arbeitslosen zu schwächen. Im Juli wurde ein Marsch der Arbeitslosen in der Stadt Naseriye von Islamisten mit Steinen angegriffen.

Die irakische Arbeiterschaft braucht die Unterstützung der internationalen Arbeitsorganisationen in ihrem Kampf für ihre Rechte. Diese Unterstützung ist entscheidend, nicht nur als Hilfe, um ihre berechtigten Forderungen zu erreichen, sondern auch um die Albtraum-Szenarios, sowohl einer schikanösen US-Verwaltung als auch des politischen Islam, abzuwenden. Eine gestärkte irakische Arbeiterklasse kann die irakische Gesellschaft von Leuten wie Bush, Blair, Bin Laden und Saddam bewahren. Eine gestärkte Arbeiterbewegung im Irak bietet Gewähr dafür, dass die irakische Gesellschaft einen besseren, gerechteren und menschlicheren Weg beschreitet. Wie die Geschichte der Arbeiterbewegung zeigt, steht der Gradmesser in einer Gesellschaft für den Respekt vor Recht, Gerechtigkeit und Freiheit in direktem Verhältnis zum sozialen Gewicht und der Präsenz ihrer Arbeiterklasse. Eine starke, bestimmt und organisiert auftretende Arbeiterklasse im Irak ist eine absolute Notwendigkeit und eine Hoffnung der irakischen Gesellschaft.

Die Gewerkschaft der Arbeitslosen im Irak (UUI) ist einer der ersten Versuche der irakischen Arbeiterschaft, sich selber zu organisieren und ihre Rechte und materiellen Ansprüche zu verteidigen. Mit über 100'000 Mitgliedern bedeutet das eine starke Stimme für Wohlfahrt und Freiheit im heutigen Irak. In den letzten sechs Monaten hat die UUI einen zähen Kampf geführt, um Jobs und Arbeitslosenunterstützung für all die Millionen Iraker, die - als Resultat dieses Krieges - arbeitslos geworden sind. Sie verdient die aufrichtige und rückhaltlose Unterstützung der internationalen Arbeiterbewegung.

Die USA sind der natürliche Verbündete der bourgeoisen und reaktionären Emporkömmlinge im Irak. Deren Vertreter haben bereits ihre Sitze im handverlesenen „Irakischen Regierenden Rat“ eingenommen – einer unterdrückerischen und reaktionären Versammlung aus religiöser Mafia, politischen Scharlatanen, Despoten und Frauenhassern, ethnischen Stammesoberhäuptern und kriminellen Banditen.
In ihrem Kampf für ihre Rechte hat die irakische Arbeiterschaft ihre eigenen natürlichen Verbündeten: internationale Arbeitsorganisationen, Sozialistinnen und Sozialisten, MenschenrechtsaktivistInnen und die übrige zivilisierte Menschheit. Ihre Solidarität ist entscheidend, um die irakische Gesellschaft vor diesem Alptraum zu retten, unter einem US-finanzierten Despotismus oder dem politischen Islam leben zu müssen, und sie ermöglicht eine bessere Zukunft für die irakische Arbeiterschaft, die irakische Bevölkerung und ihre Kinder.


Adresse: UUI, Postfach 325, CH-3000 Bern 11,
Tel.: 0041 78 882 55 89
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