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Hijab ist niemals „freiwillig“

Von Soraya Shahabi

www.equalityiniraq.com

 

 

 

Hijab (Schleier/Kopftuch) ist für alle Frauen, überall, ohne wenn und aber schlecht und ein Symbol für Erniedrigung und Sklaverei.

Man sagt, manche erwachsenen Frauen in europäischen Ländern mit nicht islamischen Regierungen trügen ihn „freiwillig“.

Dies scheint „juristisch“ ein korrekter Einwand zu sein. In der wirklichen Welt wissen aber alle, dass selten eine verschleierte

 Frau jemals im Familienleben, in der Ehe oder im sozialen Leben die freie Wahl gekostet hat. Und zwar auf keinem Gebiet,

weder bei der Bekleidung, noch bei gesellschaftlichen Kontakten noch beim Essen und noch in ihrem Verhalten. Selten findet man

 eine erwachsene verschleierte Frau, die im Laufe ihres Lebens die Angst vor dem Schlagstock des islamischen Umfelds nicht

 gespürt hätte. Diese Frauen sind nicht Bürgerinnen, die die Freiheit der Wahl genießen. Sie sind verängstigt vor gezückten Messern,

sozial entrechtet, erniedrigt und vereinsamt durch die in den islamischen Milieus und patriarchalischen Gesellschaften herrschende

Atmosphäre der Einschüchterung und des Terrors. In diesem Fall vom „freien Willen“ und von „freier Wahl“ zu sprechen, ist,

selbst wo es juristisch zulässig wäre, aus Sicht des wirklichen Lebens eine Verhöhnung solcher Begriffe.

Die Wahl des Hijab als Bekleidung ist für erwachsene Frauen aus islamischen Milieus genauso „freiwillig“ wie das Bleiben von

 Frauen in Familienverhältnissen voller Gewalt und Folter. Tatsache ist, dass diese Begriffe in der heutigen Welt eine klare

Bedeutung haben. Man kann sie nicht so einfach abhängig von den Vorstellungen dieser oder jener Person bzw. Gruppe umdeuten.

Trotzdem sind wir Zeuge, wie selbst dieses Maß an Realitätssinn, dort wo es um die Rechte von Frauen aus islamischen Milieus geht,

 wegen Avancen an Religion und durch eine rassistische Haltung gegenüber Menschen, die in islamischen Milieus geboren sind, einfach

ignoriert wird..

Es ist nicht schwer die Logik der Kapitulation von Frauen aus islamischen Milieus zu begreifen. In einer Zeit, wo Ehrenmorde in Iran,

Pakistan, Irak, Arabien, Somalia etc. eine reale Bedrohung im täglichen Leben dieser Frauen darstellen, ist es ein abstoßender Scherz,

 von freier Wahl der Bekleidung zu sprechen. Den Frauen wird in islamischen Milieus die Luft zum atmen eng eingeschnürt, und einige

dieser verschleierten Frauen haben es aufgegeben, sich für Veränderungen einzusetzen. Man muss mit ihnen die Zeit ihrer Kindheit und

Jugend, die voller Entbehrung war, durchgehen, um die Logik dieser „Wahl“, die in Wirklichkeit eine Kapitulation ist, zu verstehen.

Sie haben kapituliert um ihren „Selbsterhaltungswillen“. Wir wissen, Menschen die kapituliert haben, brauchen Würde um weiter leben zu

 können. Sie müssen sich selbst und Anderen zeigen dass sie ein Minimum an Kontrolle über ihr Leben behalten haben. Sie versuchen

 durch „Selbstbetrug“ mit ihren Einschränkungen zurecht zu kommen. Das Gefühl der „Wahl des Hijabs“ soll der erwachsenen

verschleierten Frau ein Gefühl der Kontrolle über etwas im Leben und ein bisschen Selbstvertrauen geben.

Um ein bisschen Achtung in ihrem Leben zu bewahren versuchen diese Kapitulantinnen die Sklaverei zu rechtfertigen und für logisch

und annehmbar zu erklären. Dieser Zustand der Verstrickung dieser Opfer wird von einigen Rassisten von „oben herab“ für die Rechtfertigung

 der Sklaverei benutzt. Sie haben dazu die Theorie des Kulturrelativismus gebildet und machen sich selbst und das Publikum damit zu

Komplizen jenes Selbstbetrugs der Opfer. Sie behaupten, der Hijab sei die „freie Wahl“ dieser Frauen. Diese Wahl ist nur so frei wie

die „Wahl“ europäischer Frauen, in gewaltsamen Beziehungen zu bleiben! Diese Wahl ist nur soweit juristisch berechtigt wie es die

Freiheit des Bleibens in einer sadistischen Beziehung ist !

 

 

Hijab der Kinder

 

Beim Hijab für Kinder liegt die Sache aber anders. Hier geht es um Zwang und Entbehrungen gegenüber Kindern. Es geht um

Verletzungen, die den Kindern durch Gesellschaft, Familie und das Erwachsenenumfeld zugefügt werden. Kinder-Hijab muss als

eine Form der Gewalt gegen Kinder auf der ganzen Welt verboten werden. Die Kinder brauchen keinerlei Hijab, weder

 „erzwungenen“ noch „freiwilligen“. Mädchen (unterhalb des gesetzlichen Mindestalters) freie, normale, schöne und bequeme

Kleidung, unter welchem Vorwand auch immer, vorzuenthalten, muss verboten sein. Genauso wie es verboten ist, Frauen

und Mädchen Handschellen anzulegen und Augen oder Mund zu verbinden. Wenn die „moderne“ öffentliche Meinung

 und der „moderne“ Staat es auf keinen Fall tolerieren, wenn Gruppen

von Mädchen hier und da in den Städten in Handschellen, mit Augen- und Mundbinden herumgeführt werden, dürfen sie

 genau so wenig den Kinder-Hijab hinnehmen. Aber wir mussten und müssen feststellen, dass dem nicht so ist. Wir sind

Zeugen, dass die schwedische Regierung, und auch andere europäische Regierungen seit Jahren zugeschaut haben, wie in

 den von ihnen regierten Ländern einer Gruppe von Mädchen der Mund verbunden wurde und wird. Schließlich

werden diese Mädchen von den „modernen“ Regierungen von Schweden, England, Deutschland und Kanada,

bevor sie Menschen und Bürgerinnen seien, als „Immigrantinnen“, „Ausländerinnen“ und „nicht Dazugehörige“ betrachtet.

Um das Mass der Menschen-Rechte für diese Menschen zu bestimmen, wird, selbst wenn sie Bewohner und Bürgerinnen

dieser Staaten sind, die nationale und religiöse Identitätskarte von Vater, Familie und Stamm herangezogen. Internationale

 Konventionen für Menschenrechte, Frauen- und Kinderrechte, Rechte alter Menschen, Rechte von Angeklagten, sowie

 zivile Rechte gelten nicht in vollem Umfang für diese Gruppe der Bürgerinnen und Bürger. In Genuss dieser elementaren

 Menschenrechte zu kommen ist für sie von Kultur, Religion und Tradition ihrer Familie und ihres Herkunftslandes abhängig.

Man nennt dieses ekelerregende Trickspiel auch noch „Respekt vor anderen Kulturen“! Der Kulturrelativismus ist die

Plattform für die Praxis der Entrechtung dieser Frauen und Mädchen. Diese Theorie belässt Leben, Erziehung und

Gesundheit der Mädchen in den Händen der religiösen Familie, religiöser Schulen und der Kultur des Stamms ihrer Vorfahren.

Die Verfechter dieser Theorie erkennen die Universalität von Kinderund Menschenrechten nicht an. Sie sind Rassisten!

Der Hijab ist nicht nur eine Art von Kleidung. Und seine Ablehnung sollte nicht nur unter dem Aspekt der Verteidigung der freien

 Wahl der Kleidung betrachtet werden, selbst wenn sie so daher kommt. Sie ist nicht eine Art von Kleidung, die eine Frau,

 beispielsweise aus Freude an Abwechselung, eines Tages in einer Modeschau anziehen und am nächsten Tag zu ihrer

Alltagsroutine zurückkehren kann. Oder auch, dass eine Mutter ihre kleine Tochter damit für den Maskenball ihrer Schule

 verkleiden würde! Mit der Verkleidung von kleinen Mädchen wird ihnen beigebracht, dass sie dem erniedrigten Geschlecht

angehören, dass sie sich ihres Geschlechts zu schämen haben, dass sie zu akzeptieren haben, dass ihre Bewegungsfreiheit

eingeschränkt wird, dass sie von Kindesbeinen sich damit vertraut machen müssen, Sexualobjekte zu sein. Den Jungen wird

 damit beigebracht, dass sie dem Geschlecht angehören, das die „Oberhand“ behält. Und dass die kleinen Mädchen ihnen

 unterlegen und Sexualobjekte seien. Mit der Hijab-Verkleidung junger Mädchen wird eine tiefe Trennun zwischen Frau

und Mann von Kindheit an institutionalisiert, bei Entrechtung der Mädchen un „Ermächtigung“ der Jungen. Mit der

Hijab- Verkleidung der Mädchen wird der Erlaubnisschein für die Gewaltausübung durch Jungen ausgestellt.

Dies ist der Beginn der Geschlechter-Apartheid und die Berechtigung für Gewalt gegen Frauen. Dies ist der Beginn der

Sanktionierung der Knechtschaft der Frau von Anbeginn der Kindheit. Damit wird das fröhliche, bewegliche und

 schöpferische Leben des Kindes in den islamischen Milieus erstickt. Dies ist

der Beginn der Umwandlung von zwei gleich geborene Geschlechtern in zwei ungleiche von Mann und

Frau. Dies ist der Beginn der Selbstentfremdung des Menschen. Das Ziel ist die Produktion von zwei „deformierten

“ Geschlechtern. Das eine Geschlecht dominant, das andere untergeordnet, das eine schlagend, das andere geschlagen.

 Herr und Dienerin. Ernährer und Ernährte. Das „schwache“ und das

„starke“ Geschlecht. Der Hijab ist, mehr als Kleidung, der Ausweis eines großen Verbots im Leben der Mädchen.

Dies ist eine Sammlung von Geboten, Regeln und Instrumenten zu ihrer Bedrohung und Einschüchterung!

 

Der Hijab für das Kind ist eine der extremen Formen der Gewalt gegen Kinder, weil:

 

- man damit den Mädchen Sport und Bewegungsspiele verbietet!

 

- Mädchen damit ab dem 9. Lebensjahr zum Sexualobjekt gemacht werden. Sie werden zur Heirat  genötigt und für jede

 Art sexuellen Missbrauchs vorbereitet.

 

- sie dadurch am freien Umgang mit Spielkameraden und Mitschülern gehindert werden und ihr Leben

von der Schule bis

 in die Wohnung in weibliche und männliche Bereiche gespalten wird.

 

- ihnen damit die Selbstachtung genommen wird.

- mit Hijab der Stolz und der Ehrgeiz in den Mädchen getötet wird.

 

- mit Hijab die sexuellen Gefühle der Mädchen erstickt werden.

- damit die Jungen in den Augen der Mädchen als „von Natur aus“ gefährliche, aggressive, rücksichts- und

lieblose Wesen dargestellt werden.

 

- damit den Jungen der freie Umgang mit Mädchen verwehrt wird. Sie werden in der Vorstellung der Jungen z fehlgeleiteten,

unwissenden Wesen, Sexualobjekten, Dienerinnen des Mannes, unfähig und der Obhut und Führung des Mannes bedürftig.

 

- damit technische Unterrichtsfächer, bewegungsstarke Sportarten, die ein Minimum an Bekleidung erfordern,

Schwimmen, Musik, Tanz und Freude aus dem Leben der Mädchen getilgt werden.

 

- mit dem Hijab einhergehend einem Mädchen die Möglichkeit verschiedene Geschmäcker kennen zu lernen

genommen wird. Man spaltet das Geschmack der Mädchen in einen zulässigen und einen unerlaubten teil.

 

-Mit dem Hijab werden das Lachen, das laute Sprechen, die Meinungsäußerung, die Selbstbehauptung und das

 Sich-Unterhalten eines Mädchens unter einem dunklen und traurigen Schleier in Gefangenschaft gesetzt.

 

Dies ist ein Mittel der Gehirnwäsche für Mädchen und Jungen und zur Vereinsamung der einen Hälfte der Kinder

 der Gesellschaft.

 

 

Der Kinder-Hijab ist umfassendes Instrumentarium zur Konstruktion der Selbstentfremdung von zwei Geschlechtern

 des Menschen von der Geburt an!

 

Man muss ihn weg werfen!

 

 

Hijab und die Ehrenmorde im „Westen“

 

Europäische Regierungen haben der Missachtung der Rechte von kleinen und jungen Mädchen in islamischen Milieus

 sosehr „Respekt“ entgegen gebracht, bis ihre modernen Gesellschaften „unsicher“ und zu Schlachtstätten einer großen

Anzahl dieser schutzlosen Mädchen wurden und sich Proteste entfalteten. Es ist offensichtlich, dass, wenn die fortschrittlichen

Aktivisten in den Protestkampagnen nicht  gewesen wären, mit Sicherheit diese Regierungen alles daran gesetzt hätten, dass das Wissen um

diese Katastrophen möglichst wenig Verbreitung findet. Sie hätten versucht, die Lage nach wie vor als „sicher“ darzustellen.

Die Ehrenmorde an jungen Frauen und Mädchen sind kein Zufall. Sie sind Produkt und natürliche Folge davon, dass

 die Lebens-Atmosphäre der Mädchen und Jungen durch den Hijab beherrscht wird.

Man kann nicht um die Ehrenmorde besorgt sein und zugleich die Augen vor den Ursachen dieser Verbrechen verschließen.

Jeder ehrliche und besorgte Mensch, der von den Tragödien von Fatimeh, Sara und Pila und anderen zig jungen Mädchen

 gelesen hat, die in Europa zur Beute von islamischen Jägern geworden sind, wird zweifellos nach den Ursachen suchen.

Die islamische Gewalt in der „Wiege der Zivilisation“ ist kein Unfall. Sie ist kein verbrechen aus Armut, Sucht oder

 Ausweglosigkeit. Diese Morde sind islamische Strafen für „unbotmäßige“ Frauen. Wenn der Vater

seine „fehlgeleitete“ Tochter nicht umbringt, wenn der Bruder oder der Ehemann die „schlechte Schwester oder

 Frau“ nicht tötet, dann wird er vom islamischen Umfeld verbannt und als „ehrlos“

betrachtet. Dies ist der Inhalt dessen, was in den islamischen Schulen und mit dem Hijab den unschuldigen Kindern

mit Gewalt eingetrichtert wird. Es gibt nur einen Weg, diese Verbrechen

einzudämmen. Mit der wirklichen Unterstützung der Kinder und jungen Mädchen aus islamischen Milieus kann man

 diesem Mord und Totschlag entgegen treten. Nur durch Schutz und Sicherung ihres Lebens, ihres Wohlsergehens und

 ihrer Entwicklung vor dem Zugriff und der Knute der islamischen Milieus können diese Tragödien gestoppt werden.

 Der Beginn dieser Unterstützung ist ohne Zweifel das Verbot des Kinder-Hijab. Kinderrechte sind universell.

Man muss sie auf die Mädchen in islamischen Milieus ausdehnen.Kommunisten, die aus Iran und Irak nach Schweden

 gekommen sind sagen schon seit 5 Jahren, dass etwas getan werden muss. Dass man diesen Kindern und Mädchen zur

Hilfe eilen muss. Die Rechte der anderen Kinder und

Frauen müssen auch für sie gelten. Wir sagten, der Hijab für Kinder und Mädchen unterhalb des gesetzlichen

Alters gehört verboten. Die Religionsschulen, Zentren für Verbreitung von Ungleichheit, Frauenfeindlichkeit,

Diskriminierung und Gewalt, müssen geschlossen werden. Über das Verbot von Kinder-Hijab hat Mansoor

Hekmat vor 5 Jahren geschrieben (*). Genau so wie es für „Mike und Helene“ nicht richtig ist, ihnen den freien

Umgang und das gemischte Leben

der beiden Geschlechter vorzuenthalten und sie in islamische Schulen zu stecken, genauso gilt dies auch für

 „Mohammad und Nahid“, die aus islamischer Umgebung gebürtig sind. Ist es unmenschlich, „Rosa und

 Julia“ von Kopf bis Fuß in einem Tuch namens Hijab einzuwickeln, so ist es gegenüber „Schahin und

 Maliha“ genauso unmenschlich. Ist das Lehren von Gewalt, Diskriminierung und patriarchalischer Ideen in

 öffentlichen Schulen Verboten, so müssen auch islamischen Schulen

geschlossen werden. Das Begreifen dieser Selbstverständlichkeiten und objektiven Wahrheiten über die

Gleichheit der Menschen unabhängig von Rasse, Geschlecht , Religion und Nationalität in der „Wiege der

 Zivilisationen“ geschieht zum Preis des Bluts von zig jungen Mädchen in England, Schweden, Deutschland,

 Dänemark und Kanada.

Die „immigrierten“ Kinder und jungen Mädchen kämpfen jeden Tag um ihre grundlegenden Bürgerrechte.

Grundlegende Menschenrechte zu genießen, wie z.B. das Recht Beziehungen

einzugehen und die Wahl der eigenen Kleidung, muss wie das Einatmen der Luft selbstverständlich sein.

Dieses Recht kann man dem schwedischen, deutschen oder englischen Kind nicht vorenthalten.

Man sollte es dem aus islamischer Umgebung gebürtigen Kind und Mädchen auch nicht vorenthalten dürfen.

 

*) s. Artikel von M. Hekmat: „Der Islam, die Kinderrechte und das Hijab-Gate von Rah-e-Kargar“,

erstmals erschienen im Juni 1997, in ´International´ Nr. 24, Zeitschrift der Arbeiterkommunistischen

Partei Irans.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Publikation der

Organisation für die Freiheit der Frauen im Irak

und  der Zeitung ;Gleiche Rechte Jetzt

 

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